Auf den Zahn gef√ľhlt

‚ÄěEinem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul‚Äú, besagt ein altes Sprichwort. Doch Freunde des Reitsports wissen, wie wichtig das Pferdegebiss nicht nur zur Futteraufnahme, sondern f√ľr das gesamte Wohlbefinden des Tieres ist. Deshalb sollte auch ein Ross ein bis zweimal j√§hrlich zur Zahnkontrolle, empfiehlt Tierarzt und Pferdedentist Martin Hinrichsen aus Satrup. Pferde haben das Gl√ľck, dass ihr Gebiss nachw√§chst. Sie k√∂nnen den j√§hrlichen Abrieb von zwei bis drei Millimetern durch Nachschieben der Z√§hne ausgleichen, zumindest bis zum Alter von 18 bis 20 Jahren. So kommt es, dass der Backenzahn eines Dreij√§hrigen zehn bis elf Zentimeter lang ist, w√§hrend der entsprechende Zahn beim 20-j√§hrigen nur noch vier bis sechs Zentimeter ist. Von Nachteil ist dabei nur, dass bei ungleichm√§√üigem Abrieb mit der Zeit scharfe Kanten und Spitzen entstehen, die den Biss beeintr√§chtigen und die Schleimhaut verletzen. Auch der Wechsel der Milchz√§hne bis zum vierten Lebensjahr verl√§uft nicht immer problemlos. Wie nun sieht die Zahnbehandlung bei Pferden aus. Zun√§chst erfolgt eine gr√ľndliche Untersuchung bei Lampenschein und mit Maulgitter, damit das Maul offen bleibt. Zuvor wird das Pferd meist mit einer Spritze sediert. Nun werden Haken, spitze Kanten und Unregelm√§√üigkeiten mit Hilfe einer elektrisch betriebenen Raspel oder einer Handraspel beseitigt, damit das Pferd eine einwandfreie Reibefl√§che zum Mahlen von Gras und Heu hat und beim Reiten keine spitzen Haken mehr st√∂ren k√∂nnen. Oft werden erst bei der gr√ľndlichen Reinigung des Mauls die Schleimhautsch√§den im hinteren Backenbereich offenkundig. Besonders unangenehm f√ľr Pferde k√∂nnen Zahnl√ľcken (Fachbegriff: Diastema) sein, in denen sich das Futter festsetzt. Dort k√∂nnen Entz√ľndungen entstehen, die beim Fressen schmerzen. Dagegen helfen vor√ľbergehende F√ľllungen, damit sich der Bereich darunter erholen kann. Zum Gl√ľck gibt es den Pferdedentisten. Die Behandlung des Tiergebisses sollte m√∂glichst durch Fachleute erfolgen, r√§t Hinrichsen, der schon als Mannschaftsveterin√§r die deutsche Equipe zu Europameisterschaften begleitet hat. Unerl√§sslich seien Fortbildungen, wie sie zum Beispiel die ‚ÄěTier√§rztliche Fortbildungsgruppe Zahnheilkunde‚Äú regelm√§√üig anbietet.

Bild: Mit Maulgitter und Kopfleuchte wird das Pferdemaul inspiziert.

Bild: Mit der Raspel geht es den spitzen Haken an den Kragen.

Bild: So sieht ein gereinigtes Diastema aus.

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