Maler zwischen den Meeren

Landschaften in leuchtenden Farben sind sein Markenzeichen. Heinrich Blunck (1891-1963) gilt als einer der ganz gro├čen K├╝nstler Schleswig-Holsteins, der am liebsten die Stimmungen an der K├╝ste einfing. Sein altes Wohnhaus auf dem Kieler Ostufer ÔÇô inzwischen Sitz des K├╝nstlermuseums Heikendorf-Kieler F├Ârde ÔÇô ist eine Schatzgrube f├╝r Freunde der Landschaftsmalerei. Nun hat die Stiftung sogar einige Werke an das Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf ausgeliehen, das dem ber├╝hmten Heikendorfer eine Schau widmet. Denn Blunck hat lange Zeit auch an der Westk├╝ste gearbeitet, wo er das Watt auf ├ľlbilder, Aquarelle und Grafiken bannte. Das historische Atelierhaus an der Heikendorder Hauptstra├če ragt aus einem wundersch├Ânen Garten empor. Hier werden vor allem die Werke der einstigen Heikendorfer K├╝nstlerkolonie gezeigt, auch die alte Steindruckpresse des Hausherrn hat ├╝berdauert. Das alte Haus atmet Geschichte. 1865 vom Maurermeister Schnoor erbaut, ging es 1908 in die H├Ąnde seiner Tochter Meta und ihres Mannes Georg Hoffmann, Schriftsteller und Feuilleton-Chef der Kieler Neuesten Nachrichten, ├╝ber, die es wiederum 1923 an Heinrich und K├Ąte Blunck verkauften. 1989 verf├╝gte die Witwe dann die Gr├╝ndung der ÔÇ×Heinrich-Blunck-StiftungÔÇť mit dem Ziel, den Nachlass zu erhalten und eine St├Ątte zu schaffen, in der auch andere regionale K├╝nstler wirken k├Ânnen. Nach langem Umbau er├Âffnete im als Kulturdenkmal eingestuften Haus nebst moderner Halle im Jahr 2000 das heutige Museum. Heinrich Blunck war ein Kind des Nordens. 1891 erblickte er als Steindrucker-Sohn in Kiel das Licht. Die Malerei studierte er in M├╝nchen und Kassel, wo er Meistersch├╝ler von Georg Burmester wurde und sich auch mit der Lithografie befasste. Blunck fand seine Motive an der Westk├╝ste, auf seiner Wunsch-Insel Alsen, im Gebirge und ganz besonders in der Probstei. Bauernh├Ąuser, belaubte Baumkronen und der Wechsel der Jahreszeiten faszinierten den Chronisten des Landlebens. 1929 ├╝bernahm er den Vorsitz der Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft, 1963 starb er in seinem Atelier. Eine Schlehenhecke im Garten erinnert an die Zeit der Selbstversorgung, in der K├Ąthe Blunck zwischen Blumen und Obstb├Ąumen ihre H├╝hner frei herumlaufen lie├č. Wie zu Zeiten der Heikendorfer K├╝nstlerkolonie, deren Mitglieder die wechselnde Abendstimmungen ├╝ber der F├Ârde auf ihre Gem├Ąlde tupften, bietet der GartenÔÇô dank der ehrenamtlichen Helfer der Stiftung ÔÇô auch heute ein sinnliches Erlebnis zwischen duftenden Rosen, einem Walnussbaum und vielen Skulpturen. Noch bis zum 4. September zeigt das Museum in einer Sonderschau Werke des geb├╝rtigen Kielers Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984), der zu den bedeutsamen Malern des expressiven Realismus gez├Ąhlt wird. Danach wird die Gruppe der ÔÇ×Norddeutschen RealistenÔÇť in Heikendorf aktuelle Werke ausstellen, die in diesem Jahr an den Ufern der F├Ârde und auf den Feldern der Propstei entstanden. Das K├╝nstlermuseum, Teichtor 9, hat dienstags bis sonnabends von 14, und sonntags von 11 bis 17 Uhr ge├Âffnet. Weitere Infos unter Tel. 0431/248093 oder unter www.kuenstlermuseumheikendorf.de Jutta Ehmsen

Bild: Zwei Museen - ein Maler: Dr. Sabine Behrens, Heikendorf, und Dr. Jutta M├╝ller, Meldorf, kooperieren.

Bild: Das Heikendorfer K├╝nstlermuseum sitzt im Haus des Malers Blunck.

Bild: Die moderne Ausstellungshalle wird ab September ÔÇ×Norddeutsche RealistenÔÇť zeigen.

Bild: Heinrich Blunck lebte von 1891 bis 1963.

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