Tabuthema Hospiz

Sterben und Tod sind in unserer modernen Gesellschaft Themen, die meist verdrängt werden. Viele werden plötzlich und unerwartet mit unheilbaren Krankheiten konfrontiert. Meist trifft es die anderen, manchmal jedoch die eigene Familie: Mütter lassen kleine Kinder zurück, Väter ihre Familien, deren Existenz nicht gesichert ist. Situationen, die von hohen emotionalen Belastungen und Sorgen begleitet sind. Vielen ist es nicht möglich, den Schwerkranken zuhause zu versorgen. In dieser Zeit kann das Kieler Hospiz in Wellsee einen Platz bieten, an dem alle Betroffenen Unterstützung finden: Professionelle Pflege, Linderung von Symptomen und Schmerzen sowie eine würdevolle Begleitung durch ein Team aus Pflegern, Helfern, Seelsorgern, einer Trauerbegleiterin und einer Musiktherapeutin. Oft sind es die alltäglichen Dinge, die helfen, vor allem Gespräche oder ein Gang zum Bäcker nebenan: „Das wichtigste ist die Begleitung unserer Gäste“, sagt Martina Lewin-Müller. Gäste – das sind all jene Menschen, die ihren letzten Lebensabschnitt im Hospiz verbringen. 16 Einzelzimmer mit Bad und Terrasse stehen ebenerdig zur Verfügung. Neben den „Profis“ bilden 70 bis 80 Ehrenamtliche einen liebevollen Kreis um die Gäste, indem sie sich zum Beispiel um den Empfang, das Abendbrot oder die Gartenarbeit kümmern. Auch die Angehörigen finden hier jederzeit ein offenes Ohr oder ein Bett zur Übernachtung. Seit zehn Jahren existiert das Hospiz Kieler Förde, das vor 3,5 Jahren in Wellsee eine neue Heimat fand. Die Einrichtung schließt eine wichtige Versorgungslücke zwischen Krankenhäusern, Altersheimen, Palliativstationen und der Pflege daheim. Da die Krankenkassen jedoch nicht alle Kosten abdecken können, ist das Haus auf großzügige Spenden angewiesen, nicht nur in Geldform. So bauten einige Berufsschüler hübsche Vogelhäuser für den Hospizgarten und steckten 500 Krokusse in den Boden, die jedes Frühjahr neue Freude und Hoffnung schenken. Im Kreislauf des Lebens.

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