Tanzmusik auf Gut Panker

Wenn die edlen Pferde vor dem wei├čen Schloss grasen, verharren die Besucher erst einmal, um sich an dem sch├Ânen Bild zu erfreuen. Es ist ein malerischer Ort in der Holsteinischen Schweiz, der Wanderer, Feinschmecker, Liebhaber edlen Designs und Pferdefreunde gleicherma├čen anzieht. Gut Panker. Hier hat die Trakehnerzucht nach dem Krieg eine neue Heimat gefunden. Heute repr├Ąsentiert ÔÇ×TanzmusikÔÇť, die 2013 in Neum├╝nster Jahressiegerstute der Trakehner wurde, das Gest├╝t. Der Herrensitz ÔÇô eingebettet in die sch├Âne Landschaft zwischen Sch├Ânberg und L├╝tjenburg ÔÇô zeugt von einer wechselhaften Geschichte. Seit 1400 sa├čen die Grafen von Rantzau auf Panker, bevor das Gut 1739 in die H├Ąnde des schwedischen K├Ânigs Friedrich I. gelangte. Er begr├╝ndete die Herrschaft von Hessenstein, welche 1808 an die Kurf├╝rsten von Hessen-Kassel ├╝berging. Noch heute lebt die Familie des Landgrafen von Hessen im Herrenhaus von Panker. Noch spannender ist die Geschichte des Gest├╝ts. Urspr├╝nglich aus dem ehemaligen Ostpreu├čen stammend, mussten die Pferde 1944 aus ihrer Heimat fliehen. Viele Pferde lie├čen dabei ihr Leben. Nur die h├Ąrtesten ├╝berstanden den langen Treck gen Westen, teilweise ├╝ber das zugefrorene Eis, und bildeten den Grundstein der heutigen Zucht in Deutschland. Mit den Pferden floh auch die damals f├╝nfj├Ąhrige Veronika von Sch├Âning mit ihren Eltern. ÔÇ×Die Trakehner haben mir das Leben gerettetÔÇť, erinnert sich die Pferden├Ąrrin, die seither den Trakehnern und ihrer Aufzucht verfallen ist und heute dem Gut als Beraterin zu Seite steht. 24 Stuten und vier Hengste kamen 1947 nach Panker und bildeten den Ursprung einer der ├Ąltesten Zuchtst├Ątten Deutschlands. Heute leben 40 Pferde auf dem Gel├Ąnde. Sechs Zuchtstuten erhalten das Kulturgut der Trakehner in Panker, erkl├Ąrt Heinrich von der Decken. Er ist Gutsverwalter und k├╝mmert sich unter anderem um die ca. 3000 Hektar Ackerland und Waldfl├Ąche. ÔÇ×Die Trakehner geh├Âren zu unserem Gut einfach dazuÔÇť, erkl├Ąrt von der Decken. Vier Fohlen haben in diesem Jahr das Licht der Welt erblickt und toben vergn├╝gt ├╝bers Gr├╝n. Die f├╝nfj├Ąhrie Staatspr├Ąmienstute Tanzmusik bekam im Mai ihr zweites Fohlen (Vater: Singolo). Das kleine Hengstfohlen ist der Stolz der ganzen Gutsgemeinschaft und soll in zwei Jahren nach Neum├╝nster zur Hengstk├Ârung. Leichtf├╝├čig und mit dem typischen Trakehner K├Âpfchen ausgestattet, ausdrucksvoll mit gro├čem Auge und abw├Ąrts gew├Âlbter Kopfoberlinie, traben Mutter und Sohn vor dem Schloss auf der Wiese nebeneinander her. Rund 800 Trakehner Pferde wurden letztes Jahr in Deutschland geboren. Schleswig-Holstein bildet das gr├Â├čte Zuchtgebiet dieser Rasse. Ein Besuch auf Panker ist in jedem Fall lohnenswert. Gem├╝tliche L├Ąden, Galerien und ein Gasthaus in dem Gutsdorf laden zum Bummeln ein. Das Restaurant ÔÇ×Ole LieseÔÇť wurde ├╝brigens nach dem Lieblingspferd des F├╝rsten von Hessenstein benannt. Die Schimmelstute bekam dereinst vom Wirt des Gasthauses ihr Gnadenbrot. Als Dank daf├╝r, dass er sich um ÔÇ×LieseÔÇť k├╝mmerte, erhielt der Knecht vom F├╝rsten das ewige Schankrecht. Inzwischen wird in dem roten Backsteinhaus neben den Getr├Ąnken vor allem moderne deutsche K├╝che kredenzt. Seit Herbst 2014 ist die K├╝che mit einem Stern ausgezeichnet. Wer einmal den Nachwuchs von Panker und anderen Z├╝chtern des Landes live erleben m├Âchte, ist zum traditionellen Fohlenbrennen am Sonnabend, 18. Juli, von 14 bis 16 Uhr willkommen. Dann bekommen die Fohlen die typische Trakehner-Elchschaufel als Brandzeichen auf den Oberschenkel, bevor sie in zwei bis drei Jahren selbst zum Erhalt der international ber├╝hmten Rasse beitragen k├Ânnen.

Bild: Das Herrenhaus von Gut Panker Foto Heinrich von der Decken

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